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Georg Forster begleitete die zweite große Expedition von James Cook in die Südsee und berichtete sehr anschaulich über alle Etappen der Reise. U.a. lässt sein Text manchmal durchblicken, dass die Entdecker nicht nur Gutes in bis dato unentdeckte Länder brachten. Im März 1773 z.B. erreichte die „Resolution“ die Dusky Bai, die offenbar zuvor von keinem Menschen betreten worden war. Die Vögel dort waren ausgesprochen arglos und zutraulich, berichtet Forster. Nach kurzer Zeit aber „hatte eine Schiffskatze ausfindig gemacht, dass hier eine vortreffliche Gelegenheit zu einem herrlichen Fraß sei, worauf sie jeden Morgen einen Spaziergang ins Holz unternahm, um eine schreckliche Niederlage unter den kleinen Vögeln anzurichten“.
Ein Klassiker der Reise- und Entdeckerliteratur in einer schön ausgestatteten neuen Ausgabe. Immer noch ausgesprochen lesenswert.

Georg Forster, Reise um die Welt.
Auf der Suche nach dem Südkontinent
Ed. Erdmann, 978-3-7374,0034-3, 24,00 €


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Es gibt Bilderbücher, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern. Das großformatige Bilderbuch "Wasserwelten" des indischen Künstlers Rambharos Jha gehört unbedingt in diese Kategorie.

Inspiriert von der volkstümlichen Kunst der Provinz Mithila im Nord-Osten des Landes hat Jha sich in seinem Buch der Wasser-Bewohner angenommen. In wunderbar leuchtenden Farben, die im aufwändigen Siebdruck auf handgeschöpftes Büttenpapier gedruckt wurden, begegnen uns exotische Fische, Krebse, Seepferdchen, Schwäne, ein Krake, ein Krokodil und einige mehr. Das Buch ist quer im Panoramaformat gehalten und zu jedem Bild gibt es passend ein altes tamilisches Gedicht und einen erläuternden Text des Künstlers.

Alles in allem ist in der indischen Buchwerkstatt ein Objekt entstanden, das zugleich ein großes optisches, haptisches und wegen der Siebdruckfarben auch ein olfaktorisches Vergnügen bereitet. Das ideale Geschenk für jeden Buchliebhaber!

Rambharos Jha, Wasserwelten
einmalige limitierte und nummerierte Auflage
Baobab, 978-3-905804-74-4, 42,00 €


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Viel ist in den Medien vom Irak, von Kurdistan und von den weltanschaulichen und politischen Konflikten in dieser Region die Rede. Was allerdings bis heute in deutscher Sprache fast komplett fehlt, ist ein literarisches Zeugnis aus dem zeitgenössischen Kurdistan.

Der Unionsverlag hat jetzt mit der ersten deutschen Übersetzung (aus dem Sorani) des großen kurdischen Autors Bachtyar Ali endlich einen Roman zugänglich gemacht, der uns diesen literarischen Blick bietet. Sein Held Muzafari Subhdam durchreist nach 21-jähriger Isolation in Gefangenschaft das Land auf der Suche nach seinem einzigen Sohn. Es ist auch eine Reise durch viele oft widersprüchliche Geschichten, die Muzafari schließlich wie so viele seiner Landsleute über das Mittelmeer nach Europa führt.

Ein unbedingt lesens- und entdeckenswertes Buch!

Bachtyar Ali, Der letzte Granatapfel
Unionsverlag, 978-3-293-00499-3, 22,00 €


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Wenn man das Internet befragt, wieviele Inseln es eigentlich auf der Erde gibt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Die Zahlen schwanken zwischen 100.000 und 130.000, andere Einträge stellen fest, dass sich die tatsächliche Anzahl gar nicht herausfinden lasse, weil z.B. hin und wieder auch neue Inseln entstehen.

Liebhaber alter Seekarten wissen es: Neben den heute tatsächlich per GPS sichtbaren Inseln gibt es eine ganze Menge immer wieder verzeichneter und vermeintlich entdeckter Phantominseln. Die Geschichten von 30 dieser Inseln, die es nie gab, hat Dirk Liesemer jetzt in einem sehr schön ausgestatteten Buch samt dazugehörigen Karten versammelt. Sie "gehen auf sonderbare Logbucheinträge, flirrende Luftspiegelungen oder simple Missverständnisse zurück, auf feinsinnige Scherze, handfesten Betrug oder üble Protzerei". Allesamt sind sie aber eines: ein Stück faszinierender und unterhaltsamer Geschichte.

Dirk Liesemer
Lexikon der Phantominseln
Mare, ISBN 978-3-86648-236-4, 24,00 €


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Während George Orwell für das Jahr 1984 eher düstere Visionen hatte, ging es dann doch zu dieser Zeit in der Bundesrepublik Deutschland eher friedlich und gemächlich zu.

Friedlich und gemächlich? Nicht für alle Beteiligten! Denn in einem kleinen rheinischen Städtchen, das damals noch den Titel Bundes-Hauptstadt trug, ging längst nicht alles nach Plan.

In seinem neuen Kriminalroman versetzt uns Stefan Keller ebenso stimmungs- wie spannungsvoll in die Zeit vor dem Mauerfall. Vera Marx, Sekretärin im Bonner Verteidigungsministerium wird in einen Spionagefall zwischen Stasi und BND verwickelt und übernimmt schließlich selbst brisante Ermittlungen.

Spannung aus Good Old Germany mit einigen hochaktuellen Bezügen.

Stefan Keller, Stirb, Romeo!
Gmeiner, ISBN 978-3-8392-1979-9, 11,99 €


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Margherita Giacobino hat ein wahrhaftes "Jahrhundertbuch" gschrieben. Es ist die Geschichte ihrer eigenen Familie, die sie vom Beginn des letzten bis zum Anfang des jetzigen Jahrhunderts nachzeichnet.

In einem armen Dorf im Piemont wird zu Beginn des 19. Jahrhunderts Caterina geboren. Sie trägt den Vornamen ihrer Großmutter väterlicherseits, so wie es Tradition ist. Und um sie von den anderen Caterinas in der Familie zu unterscheiden, wird ihr Name zu "Ninin". Diese Ninin wird 60 jahre später zum Dreh- und Angelpunkt im Leben der Erzählerin. Ninin ist für sie Großmutter, Mutter, Tante und große Schwester in einem. Aber natürlich gibt es auch noch die vielen anderen Familienmitglieder, die die Kindheit und das Erwachsenwerden Margheritas begleiten. Vor allem sind es die Frauen, denen Giacobino in ihrem Buch ein Denkmal setzt. Sie sind es, die neben unermüdlicher Arbeit in Haus und Hof auch für die Kinder da sind und sie in jeder Lebenslage begleiten.

Eine wunderbare Lektüre, die uns ganz unmittelbar am Schicksal einfacher und doch sehr besonderer Menschen teilnehmen lässt. Hervorragend übersetzt von Maja Pflug.

Margherita Giacobino
Familienbild mit dickem Kind
Kunstmann, ISBN 978-3-95614-119-5, 22,00 €









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